Das ist der erste Teil unserer Reihe: Ein Blick in die Vereinslandschaft der Stadt Werder (Havel). Hier kommt der erste Gastbeitrag, mit dem Ziel Ihnen einen Blick hinter die Kulissen und einen Einblick in die zumindest zeitweise harte Arbeit der Vereinsmitglieder zu verschaffen.
Der Verfasser dieses Artikels ist Enrico Schüning. Er ist seit Jahren als begeisterter Karnevalist im KCW aktiv und der verantwortliche Ansprechpartner für den Bereich Dekoration im Verein. Mit ihm wird die Dekoration mit der eingebauten Technik und dem Programm abgestimmt um dem Publikum zur Karnevals- und Faschingssitzung “ein rundes Bild und Programm zu bieten.
“Sein Artikel trägt den Titel:
Die Verwandlung vom „Schönsten Saal des Landes Brandenburg“ zum Veranstaltungssaal des KCW oder Hinter den Kulissen des Karnevalsclub Werder e.V.
Jedes Jahr am 11.11. beginnt die 5. Jahreszeit. Für viele heißt es wieder Eintrittskarten sichern und das Problem, was ziehe ich an. Für die zweite Hälfte der Karnevalssaison, so bezeichne ich es immer, kommt auch für uns aktive des Vereines die Frage, was für ein Kostüm ziehe ich diesmal an.
Haben sie sich schon mal gefragt, wie so ein Verein funktioniert? Was für Planungen oder was für eine Logistik steckt eigentlich dahinter?
Mit meinen Bericht möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick unter dem Motto: „Hinter den Kulissen des Karneval Club Werder e.V.“ geben.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei. So klingt es in einem Karnevalsschlager. Doch für den Verein ist nicht alles vorbei. Denn getreu dem Spruch: „Nach der Saison ist vor der Saison“ gehen die Planungen schon wieder los.
Da wäre als erstes der Vorstand. Der Vorstand, bestehend bei uns aus 7 Mitgliedern, ist das Führungsorgan des Vereines. Dieser setzt sich am ersten Mittwoch nach dem Rosenmontag zusammen und wertet im Vorfeld die Saison aus. Was war gut und was kann verbessert werden. Desweiteren müssen die kommenden Termine wie zum Beispiel: Baumblüte, Auftritte einzelner Gruppen auf Hochzeiten, Jubilaren, Teilnahme an Turnieren und die kommende Saison besprochen werden. Gleich zwei Tage später am Freitag ist die Mitgliederversammlung. Dort werden die Punkte vom Vorstand besprochen. Jedes Mitglied hat natürlich auch das Recht seine Meinung kund zu geben, oder auch aus Gesprächen mit den Gästen auf den Veranstaltungen, positives, Anregungen aber auch Kritik weiterzugeben.
Doch wie geht es dann weiter? Da ich an dieser Stelle nicht für jede Gruppe die ein Verein so hat sprechen kann, so kann ich ihnen aber zum Beispiel einen Einblick in unsere Familie geben. Das ganze fordert eine große Organisation im Familienleben.
Für die Mädels und Jungs der Apfelblüten heißt es jetzt für einen Monat Trainingspause. Nach dem diesem Monat geht das Training aber wieder voll los, denn es steht das Baumblütenfest vor der Tür. Auf dem Baumblütenfest gibt es den Werdertag. An diesem Tag haben die Vereine, Schulen, Kitas etc. die Möglichkeit sich vorzustellen und Werbung für sich zu machen. Nach dem Baumblütenfest geht das Training, abgesehen von den Schulferien, jeden Montag und Mittwoch weiter. Die Trainerinnen der Apfelblüten setzen sich meist dienstags zusammen. Sie hören Musik und machen sich Gedanken zum neuen Marsch und zum neuen Showtanz. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal darauf hinweisen, dass außer den Märschen der drei Garden, das Programm im Februar nicht identisch zu dem Programm im November ist.
Für mich heißt es als Dekochef und Sänger auch wieder neue Ideen mit meinen Mitstreitern zu suchen. Aber auch eine Bestandsaufnahme der verbrauchten Materialien der Deko muss gemacht werden. Im Laufe der letzen Jahre habe ich mir einen dicken Ordner angelegt in dem ich auf viele widerkehrende Sachen wie zum Beispiel Lieferanten für Dekoartikel zurückgreifen kann.
Nun ziehen die Monate wie im Fluge ins Land. Die Sommerferien und die damit verbundene Sommerpause sind vorbei. Die Trainerinnen der Apfelblüten haben die passende Musik gefunden. Nun geht es ab ins Tonstudio nach Potsdam. Aus mehreren Musikstücken wird ein Musikstück kreiert. Jetzt geht es daran die Idee in Tanzschritte umzusetzen. Dabei gehen schon einige Nächte und viele viele Stunden drauf.
Indessen treffen sich die Sänger zur einer Auswahl an Musik unter der Berücksichtigung von aktuell in den Charts laufender Musik. Diese gilt es dann wie bei den Apfelblüten zusammen zuschneiden. Ist dies geschehen, wird mit unserer Hausband ein Termin zur Tonartfestlegung gemacht. Dort wird geschaut, in welcher Tonart dann gesungen wird. Gleichzeitig geht es an den Text zur Musik. Dieser wird aus diversen Internetseiten besorgt oder es wird ein neuer Text geschrieben.
Bei der Deko wird zeitgleich geschaut, was ist machbar, was muss erneuert werden und was muss bestellt werden. Hier mache ich mir das Internet auch unter der Berücksichtigung meiner Dekolieferanten und um die Vereinskasse nicht arg zu belasten zu Nutze. Nun muss von mir der Plan erstellt werden, wie, in der Regel eine Woche vor der ersten Veranstaltung, die Tage ausschauen. Von der Deko des Saals auf der Bismarckhöhe bis hin zu den Probetagen der Sänger, Garden und der Generalprobe. Auch muss ein sogenannter Öffnungs- und Schließplan in Absprache mit der Gruppe Technik erstellt werden, da die Bismarckhöhe ohne eines Mitarbeiter der Stadt oder des Betreiber nicht alleine betreten werden darf.
Wie sieht also bis hierher jede Woche bei uns aus?
Montag Training, Dienstag Ausarbeitung der Tänze, Mittwoch Training und Tochter zum Kinderkarneval bringen, Donnerstag Treff Sänger und Freitag alle zwei Wochen Mitgliederversammlung.
Jetzt rückt die neue Saison immer näher. Die ersten Bestellungen in Sachen Dekoartikel und Kostüme sind raus. Eine Woche vor der Veranstaltung ist die Anlieferung der großen Rollleiter, der Stühle für die Garderoben und die Bühne für die Technik, der Hausband und dem Elferrat. Samstag und Sonntag sind dann die Haupttage der Deko. An diesen beiden Tagen muss der größte Teil geschafft sein. Aber Vorsicht ist geboten. Der Saal darf unter keinen Umständen beschädigt werden. Feinheiten werden dann noch unter der Woche vorgenommen. Am Mittwoch wird die Technik eingebaut und am Abend ist Gesangsprobe mit der Hausband. Donnerstag die Tanzprobe und am Freitag die Generalprobe. Auf der Generalprobe gibt es vom Präsidenten noch eine Einweisung. Diese umfasst auch eine Belehrung, wie in den Räumen und dem historischen Saal umgegangen wird. Am Samstag ist der große Tag für den gesamten Verein. Ja und am Sonntag? Nein, ausschlafen ist nicht. Dieser Tag heißt bei uns Abdeko. Mit anderen Worten, der Saal muss so verlassen werden, wie er vorgefunden worden ist. Das bedeutet für mich, nachdem der Saal geräumt ist, drehe ich noch eine letzte Runde durch alle Räume, die wir genutzt haben und vergewisser mich, ob diese auch in einen ordentlichen Zustand verlassen wurden.
Viele Impressionen der Veranstaltungen der letzten Jahre, Hintergrundinformationen zu den einzelnen Vereinsgruppen und die Möglichkeit Karten für die Veranstaltungen zu kaufen, gibt es auf der Vereinswebseite www.kcw-ev.de. Wenn auch Sie uns und unsere Leser hinter die Kulissen Ihres Vereins schauen lassen wollen, kontaktieren Sie uns gerne. Unsere E-Mail Adresse finden Sie im Impressum. Gerne können Sie aber auch einen Kommentar hinterlassen.













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