Baumblütenfest in Werder: Reaktionen zu den Filmen im Scala
geschrieben von: werder24 am Sonntag, 15. Februar 2009, 15:02 Uhr
Das Baumblütenfest 2009 steht vor der Tür und natürlich wird wieder seitens der Initiative 2008 alles unternommen, um uns Werderanern und den Gästen unserer Stadt die Freude auf das bevorstehende Ereignis zu vermiesen… Zu der Filmvorführung der Initiative 2008 – siehe Artikel - schreiben mittlerweile auch die regionalen Zeitungen, deren Berichte wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten. Wer weitere Informationen zum Baumblütenfest oder den bisherigen Aktionen dieser Initiative 2008 sucht, wird gebeten die Suchfunktion oben rechts zu benutzen.
Blütenfest: Ohne Radau auf der Insel
“…wegen Überfüllung geschlossen.“ Dieses Schild suchten gestern im Werderaner „Scala“ Kino-Besitzer Knut Steenwerth und Uta Klotz, Sprecherin der „Initiative 2008“ vergebens. Diese Initiative hatte zur Vorführung historischer Filme und zur anschließenden Podiumsdiskussion zur Zukunft des Baumblütenfestes eingeladen. Die Werderaner kamen in Massen. „Plötzlich tauchte noch ein Kurzfilm von 1926 auf“, erzählte Werders Marketingchef Walter Kassin kurz vor der Veranstaltung. Im Schnellschuss wurde er für die Vorführung zurecht gemacht. Das war eine Programmbereicherung, denn trotz der schwachen Qualität hatten die meisten Zuschauer gerade an diesem Streifen von Wilfried Basse ihre größte Freude. Viel gab’s zu lachen. „Das war das wirkliche Baumblütenfest wie es leibt und lebt mit Freuden, Chorgesängen, fahrenden Musikanten, blühenden Bäumen und vielen Besuchern“, sagten Zuschauer. Gar Schuhplattler traten auf. Der Wein floss in die Kehlen, und auch dessen Wirkung zeigte der Filmer. Auch Schläge und Tanzvergnügen gehörten zum Fest in Werder. Nur – so rabiat, wie es heute zugeht, kannten unsere Altvorderen es nicht. Weil damals noch keine Malteser-Helfer dabei waren, half jeder jeden auf den besten Weg, auch wenn sie selbst mit Gummi in den Beinen zu tun hatten. Heute trägt wohl kein Mann seine Frau auf den Schultern vom Fest nach Hause. Die Bilder von 2008 zeigten eigentlich nur, wie das Baumblütenfest auf keinen Fall sein soll: Unrat zurücklassend, Radau, Sauferei und das damit verbundene wilde Urinieren. „Diese paar Filmbeispiele zeigen deutlich, wie ein Kameramann mit seinen Blickwinkeln das Thema zum Positiven oder Negativem beeinflussen kann“, stellte Bürgermeister Werner Große (CDU) im Podiumsgespräch fest…”
(Quelle und Originaltext: Märkische Allgemeine)

Flimmerstunde mit Konfliktpotential:
“…die Initiative 2008, gegründet von lärmgeplagten Inselbewohnern, sieht die Tradition in den Obstgärten im Hohen Weg, im nachmittäglichen Flanieren mit der Familie, im idyllischen Miteinander. Andere jedoch, wie der Verein Werder 24, möchten das Blütenfest als Besuchermagneten bewahren. Und dazu würden Rummel, Bühnen und natürlich süßer Werderwein gehören, sagen sie. Während der Flimmerstunde ließ der „Aha-Effekt“ auch nicht lange auf sich warten: Die Filme lieferten die Erkenntnis, dass schon immer getanzt, gelacht und reichlich getrunken wurde. Doch während die heutigen Fernsehbilder von alkoholisierten Festbesuchern in Werder für Empörung sorgen, war das Publikum von den historischen Streifen äußerst amüsiert. Junge Leute, die ausgelassen feiern und wild tanzen, aber auch Raufereien und Männer, die in volltrunkenem Zustand kaum noch von der Straße aufstehen können, zeigte ein Film von 1926. „Es war offensichtlich schon immer so“, sagte der Werderaner Hotelier Thomas Spieß vom Verein Werder 24 in der anschließenden Diskussionsrunde. Allerdings, gestand er zu, habe sich die Besucherzahl in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht. Heute sind es 500 000, die in der letzten Aprilwoche nach Werder pilgern. Deshalb stimme Werder 24 auch in einigen Punkten mit der Initiative 2008 überein, zum Beispiel was die Forderung nach mehr Toiletten oder einer erhöhten Polizeipräsenz in den Abendstunden angehe. Werders Bürgermeister Werner Große (CDU) unterstrich, dass filmische Kritik am Fest immer eine Frage der Kameraperspektive sei, denn in den Streifen aus der DDR-Zeit habe er nur einen einzigen Betrunkenen ausgemacht…”
(Quelle und Originaltext: Potsdamer Neueste Nachrichten)
Es war wirklich schon immer so!
“…die Filme aus den Jahren 1926, 1929 und 1957 sorgten unter dem Publikum für einige heitere Momente. Wie Frau Foidl im Anschluss an die Vorführung der historischen Filme zutreffend anmerkte: Man kann es als zugezogene kaum fassen, aber die Filme zeigen, dass das Baumblütenfest ja wirklich schon immer so wie heute war! Die Ähnlichkeit der Bilder, ob nun aus den 20-er Jahren oder vom letzten Jahr lässt sich nicht verleugnen. Ihrer Meinung nach gibt es aber eventuell auch Unterschiede zu früheren Zeiten, die eine Filmkollage, zusammengestellt aus Youtube Videos, unterlegt mit den Kommentaren aus dem DDR Film von 1957, nahe legen könnte. Hier wurden Filmschnipsel gezeigt, die Jugendliche mit ihren Handys aufgenommen haben die zeigten – übrigens erstaunlich ähnlich wie im Film von 1929 – dass der Genuss von Obstwein eine gefährliche Sache werden kann. Frau Foidl bemerkte dazu, dass jedoch der Cutter und die Redaktion eines Filmes durch Schnitt und Kommentare das Erlebbare in eine bestimmte Richtung lenken könnte und jeder Zuschauer selbst urteilen muss. Aus unserer Sicht war dieser filmische Beitrag ein schlechter, beabsichtigter Versuch Stimmung zu machen. Das Publikum urteilte aber selber und fiel darauf nicht rein…”
(Quelle und Originaltext: baumbluete.de)
Natürlich bleiben wir weiter am Ball und hoffen auf eine rege Beteilung und Diskussionen in den Kommentaren!
Weiterführende Artikel:
Tipp: Alice DSL ist jetzt auch endlich in Werder (Havel) verfügbar!




Wer nach Werder zieht sollte wissen, daß wir hier seit 130 Jahren ein Baumblütenfest haben. Ich lebe seit meiner Geburt 1947 hier und freue mich jedes Jahr auf die Baumblüte. Wer sich in dieser Form gegen das Baumblütenfest stellt, stellt sich auch gegen die Stadt Werder/H. und seine Bürger!!!