Das 130. Baumblütenfest in Werder konnte bereits am ersten Wochenende knapp 200.000 Besucher verbuchen und Samstag war die Stadt so proppenvoll, dass es vielerorts ein Durchkommen kaum noch möglich war. Bereits vor dem traditionellen Festumzug von der Eisenbahnstraße in Richtung Marktplatz auf der Insel säumten mehrere tausend Besucher die Strecke und die Stimmung war (wie immer) ausgelassen und freundlich.
Leider haben auch in diesem Jahr wieder einige Vollidioten den Weg nach Werder gefunden und so kam es auch immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Gruppen, welche jedoch meist rasch beendet werden konnten. Gegen 20.00 Uhr brannten dann aber kurz vor der Bühne an der Regattastrecke bei einigen vollständig die Sicherungen durch und so wurde leider auch die Polizei massiv durch den alkoholisierten Mob mit Steinen, Flaschen un Bierbänken angegriffen, was letztendlich mehrere Festnahmen zur Folge hatte.
“…als Polizeibeamte einschritten, seien sie massiv angegriffen worden. Sie wurden von den Tätern mit Flaschen, Steinen, Holzlatten und anderen Gegenständen beworfen. Nur durch das Zusammenziehen zusätzlicher Polizeikräfte habe man weitere Übergriffe verhindern können…”
(Quelle und Originaltext: pnn.de)
“…überschattet wurde der Festauftakt von einer Auseinandersetzung zwischen Randalierern und der Polizei am Samstagabend auf der Insel. Dabei wurden vier Beamte leicht verletzt und ein Einsatzfahrzeug beschädigt. Die Randalierer hatten die Polizisten mit Flaschen, Steinen und Holzlatten angegriffen. 14 Verdächtige wurden festgenommen und am Sonntag wieder freigelassen…”
(Quelle und Originaltext: maerkischeallgemeine.de)
“…bereits in den Nachmittagsstunden registrierte die Polizei nach Angaben vom Sonntag eine Vielzahl von körperlichen Auseinandersetzungen. Meist seien junge Männer aneinandergeraten, die stark betrunken gewesen seien und eine hohe Aggressivität gezeigt hätten. Den Angaben zufolge kam es am Samstagabend zu mehreren Prügeleien. Als Polizisten einschritten, wurden sie aus einer größeren Menschengruppe heraus massiv angegriffen…”
(Quelle und Originaltext: pr-inside.de)
Natürlich sind, wie überall, leider auch beim Werderaner Baumblütenfest immer einige Störenfriede dabei, aber wenn man die Anzahl registrierter Auseinandersetzungen mit der Menge der 160.000 friedlich feiernden Besuchern vergleicht, so geht es auf dem Baumblütenfest insgesamt wesentlich friedlicher zu, als bei einem durchschnittlichen Fußballspiel oder anderen Volksfesten in Deutschland!

Als einzigen Kritikpunkt an der diesjährigen Eröffnung des 130. Baumblütenfestes in Werder kann die (in unseren Augen) zu geringe Polizeipräsenz gesehen werden, denn gerade in der Eisenbahnstraße – wo es bereits am frühen Nachmittag zu Handgreiflichkeiten kam – war von der Polizei so gut wie nichts zu sehen und der einzige dort zu findende “Kontrollpunkt” Ecke Adolf-Damaschke-Straße ist bei einer Veranstaltung wie dem Baumblütenfest mit Sicherheit nicht ausreichend. Aber vielleicht reagiert die Polizei ja entsprechend und erhöht ihre Präsenz zum Wochenende und dem 1. Mai, denn es wird mit Sicherheit ab Donnerstag wieder voll in Werder…
An dieser Stelle möchte sich Werder24 ausdrücklich bei den privaten Sicherheitsteams bedanken, welche (im Gegensatz zur Polizei) fast überall anzutreffen waren und sich beherzt für die Sicherheit der Besucher eingesetzt haben.
Auch wenn es schade ist, dass die Presse immer nur die negativen Seiten dieser traditionellen Großveranstaltung aufzeigt, freuen wir uns auf die kommenden Tage und wünschen allen Einwohnern und Besuchern der Stadt Werder (Havel) eine tolle Zeit und viel Vergnügen mit unserem leckeren Obstwein…












Hallo!
Gut geschriebener und treffender Artikel zum Fest. Mir hat es sehr gut gefallen, ich war am 1. Mai zum ersten Mal auf dem Baumblütenfest. Auch mir ist die etwas zu geringe Polizeipräsenz aufgefallen. Allerdings haben die Beamten in meinen Augen den Rücktransport nach Berlin gut geregelt, so dass es keine Ausschreitungen gab. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei!
Zitat aus dem Artikel: “An dieser Stelle möchte sich Werder24 ausdrücklich bei den privaten Sicherheitsteams bedanken, welche (im Gegensatz zur Polizei) fast überall anzutreffen waren und sich beherzt für die Sicherheit der Besucher eingesetzt haben.”
“Herzlichen Dank” für die schlechte Darstellung der Polizei. In erster Linie sollte mal angemerkt werden, dass die Sicherheit auf dem Fest vorrangig Aufgabe des Veranstalters ist. Erst in zweiter Linie kommt zur Unterstützung die Polizei. Also sollte doch eigentlich die Frage gestellt werden, warum nur so WENIG private Sicherheitskräfte vor Ort waren?! Ein Antwort könnte vielleicht sein, dass private Sicherheitsunternehmen vom Veranstalter bezahlt werden müssen, während die Polizei quasi ja kostenlos “da” ist…
Außerdem war sehr viel Polizei im Einsatz. Nächste Frage: Wieviel polizeiliche Präsenz ist den überhaupt erwünscht? Ich selbst bin auch Polizeibeamter und war schon auf dem Baumblütenfest im Einsatz. Zu hohe polizeiliche Präsenz wird aber in der Regel auch nicht von “Otto-Normal-Bürger” akzeptiert, da diese zum einen als provokant empfunden werden kann und zum anderen die Leute sich dann fragen, warum so viel Polizei notwenig ist und ob es vielleicht zu gefährlich auf dem Fest sein könnte… Ich selbst kenne noch Zeiten (…und so lange sind die noch nicht her…), wo ein Zug Bereitschaftspolizei (30 Beamte) zusätzlich an den Wochenenden ausreichend war. Dieses Mal war eine ganze Hundertschaft + 2 Züge (insges. 5 Züge = mind. 150 Beamte) Bereitschaftspolizei zusätzlich im Einsatz. Weiterhin waren aus anderen Schutzbereichen zusätzliche Beamte im Einsatz. Also die Zahl der Polizisten im Einsatz war schon verhältnismäßig hoch. Überall kann dann aber trotzdem nicht die Polizei gleichzeitig sein. Es reicht nun mal nicht mehr aus, dass einfach mal zwei Beamte zu einer Schlägerei gehen. Denn die Praxis hat gezeigt, dass nur 2 Beamte dann zum Angriffsziel werden. Also müssen schon mehrere Beamte zu einer Schlägerei. Dann ist das Festgelände in Werder auch nicht gerade klein (Stadt+Insel). Da dauert es auch schon mal, bis Einheiten von Punkt A zu Punkt B gelangen.
Desweiteren ist/war das Baumblütenfest auch nicht die einzige Einsatzlage im Land Brandenburg, Berlin oder bundesweit. Weiterhin waren Kräfte in Berlin zum 1. Mai im Einsatz, diverse Demonstrationen bundesweit und andere Einsätze in Brandenburg zur Zeit des Baumblütenfest. Und bei der gegenwärtigen Personalpolitik unserer Landespolitiker und dem damit verbundenen Stellenabbau können die Kollegen nun mal nicht überall gleichzeitig sein.
Also bevor man die Arbeit bzw. Präsenz der Polizei kritisiert, sollte man das ganze mal kritisch hinterfragen und nicht einfach den “schwarzen Peter” immer der Polizei zuschieben (…auch wenn das immer das Leichteste ist).
@Meinungssager
Die einzigen Probleme gab es, als entgegen der Zusage der Polizei bei der Vorbesprechung zum Baumblütenfest (Video liegt vor), die ersten Beamten der angeblich 250 eingesetzen Beamten erst am späten Nachmittag zur Verfügung standen, da offenbar in der Einsatzleitung gepennt wurde! Die Schuld hierfür trifft natürlich nicht den einzelnen (präsenten) Beamten, sondern – wie schon xmal gesagt – die Einsatzleitung oder die politsch Verantwortlichen!
Wenn Ihr denn wirklich alle beteiligt gewesen seid…
dann kennt Ihr auch die RICHTIGEN Zahlen der Beamten und AB WANN welche Kräfte eingesetzt, bzw. wieder abgezogen wurden… verkauft uns bitte nicht für dumm, denn wir sind wirklich auf EURER Seite und haben auch keine Probleme damit, einem politisch Verantwortlichen bei der Polizei ans Bein zu pissen!
Gruß, Richard
@Richard: Schwerpunkt in den letzten Jahren waren meist immer der späte Nachmittag und die Abendstunden. Wahrscheinlich wurden deshalb der Großteil der Beamten erst am späten Nachmittag eingesetzt. Warum also sollten schon am Vormittag so viele Beamte eingesetzt werden? Wie schon geschrieben gab es nicht nur das Baumblütenfest in Werder als Einsatzlage. Ganze Hundertschaften im 2 Schichtrythmus (Früh bis Nachmittag und Nachmittag bis Abend/Nacht) auf dem Baumblütenfest einzusetzen ist extrem Personalaufwendig. Wo wir dann wieder dabei sind, dass Werder nicht der einzige Einzatz ist und es aufgrund der Landespolitik nun mal nicht mehr Beamte gibt… Und eine Hundertschaft allein von Früh bis Nacht ist meiner Meinung nach zu viel. Denn wer schon mal so ‘ne Vollausrüstung getragen hat, wird nach ein paar Stunden merken, was er gemacht hat. Wenn dann das Wetter auch noch “Festfreundlich” eingestellt ist, tut die Temperatur den Rest. Das kann man meiner Meinung nach den Beamten nicht zumuten. So was kann mal die Ausnahme sein. Zumal das für über eine Woche der Fall sein soll… Wann sollen die Beamten sich denn mal erholen? Zumal einige Einheiten an manchen Tagen am Vormittag einen anderen Einsatz gefahren sind (z.B. am Samstag Fußballeinsatz in Potsdam) und dann noch für Stunden nach Werder zum Baumblütenfest. Einige Einheiten kamen aus Cottbus nach Werder zum Einsatz. Die sind also schon mal locker 2 1/2 Stunden unterwegs und sollen dann wenn’s geht noch über 12 Stunden arbeiten, dann wieder 2 1/2 Stunden zurück. Wie soll das gehen…?! Wie schon gesagt, der Veranstalter hat in erster Linie dafür zu sorgen, dass genügend Security vor Ort ist!!! Erst dann die Polizei… Auch wenn die Einsatzleitung dies zugesagt hat, sie kann nun mal nicht mehr Polizei aus “dem Zylinder zaubern” als zur Verfügung steht. Bedankt euch bei der Landesregierung, namentlich Herr Platzeck, Herr Schönbohm und Herr Speer.
Die Einsatzleitung geht mit Sicherheit bei der Beurteilung der Lage von den Erfahrungen der Vorjahre aus. Und da waren nun mal die Abendstunden problematisch und damit Schwerpunkt. Wann welche Kräfte konkret gebraucht werden, kann niemand vorher sehen. Es sei denn, man ist Hellseher…